Unser Verein

Chronik

Margarete Böhnen schreibt:

 

Das Erftlandtanzcorps wurde 1954 von mir gegründet.

1954 kam ich durch die Heirat mit Leo Böhnen von Sindorf nach Manheim. – Da mich einige Mädchen, mit denen ich jeden Tag zur Arbeit nach Köln fuhr, schon gut kannten und wussten, dass ich in Kerpen-Sindorf Funken-Mariechen war, baten sie mich, mit ihnen eine Mädchengarde zu gründen. Sie würden auch gerne tanzen und in Manheim gäbe es so etwas noch nicht. Natürlich musste ich ja zuerst mit meinem Mann darüber sprechen. Er sagte, ich solle warten bis ich unser erstes Kind zur Welt gebracht hätte.

Am 5. September 1954 kam mein Sohn Heinz zur Welt. Sofort waren die Mädchen wieder da. Mein Mann gab seine Zustimmung und er meinte, ich wäre ja erst 19 Jahre und wenn ich denn unbedingt möchte, könnte ich mit ihnen tanzen.

Die VVM (Vereinigte Vereine Manheim) hörte davon. Freudestrahlend kamen sie zu mir und brachten mir Stoffe und alles was dazu gehörte. Somit begannen nun meine Nachtschichten um die Kostüme zu entwerfen und zu nähen, da mich tagsüber ja mein Sohn in Anspruch nahm. Der jedoch hat mir die Freude an meiner Nebentätigkeit nicht genommen und immer viel geschlafen, wenn ich an der Nähmaschine saß. Dazu kam natürlich auch noch das Einüben der Tänze. – Zweimal pro Woche abends wurden die Tänze einstudiert. Ich erinnere mich noch genau an die ersten beiden Tänze. Es waren „Der alte Kamerad“ und „Wien bleibt Wien“. – Da man damals noch keinen Kassettenrekorder kannte, spielte für uns der damalige Küster von Manheim, Herr Bellone, am Klavier und Herr Willi Franken auf der Trompete. Geprobt wurde im Saal der Gaststätte „Im Roten Hahn“ der Familie Rüttgers. Es war eine schöne Zeit, bis ich endlich mit noch 8 anderen Mädels im Januar 1955 das 1. Mal auf der Bühne stand.

Nach 4 Jahren bekam ich dann meinen 2. Sohn, Helmut, aber das Tanzen ging trotzdem weiter. Mein Man war sehr verständnisvoll und unterstützte mich wo er nur konnte. Abends blieb er bei den Kindern. Wenn ich dann vom Proben nach Hause kam, brachte er noch einige Mädchen mit dem Fahrrad nach Hause, deren Eltern dafür sehr dankbar waren.

Da meine beiden Jungs auch Spaß am Tanzen hatten, gründete ich eine Kindertanzgruppe und zog sie als Funkemariechen an. Mit 5 Jahren war mein ältester Sohn es leid, als Mädchen auf der Bühne zu tanzen. Mit 9 Jahren sagte mein 2. Sohn: „Nun ist aber Schluss. Ich werde jetzt Prinz Karneval und dann gehe ich nicht mehr auf die Bühne.“ Nun dachte ich mir, jetzt muss ein Mädchen her, das mal in meine Fußstapfen tritt. Wie es aber sein sollte, kam wieder ein Junge namens Jürgen auf die Welt. Der hatte das Tanzen sofort im Blut, da er ja in der Schwangerschaft und anschließend bei jeder Probe dabei war. Als Dreijähriger begann er dann mit dem Paartanz. Seine 1. Tanzpartnerin war Andrea Stein, die Tochter des Möhnefa aus Manheim. 

Nun ging es aufwärts mit den Tanzgruppen. Die Kinder tanzten am Nachmittag, die Großen am Abend und besonders an den Wochenenden. Es wurden jedes Jahr neue Gardetänze und Schautänze einstudiert. So wurden wir über die Grenzen des Erftkreises hinaus bekannt. Auf Turnieren sicherten wir uns oftmals den 1. Platz und waren schon mehrfacher Rhein-Erft-Verbandsmeister.  Die größten Erfolge waren die Qualifikationen  und Teilnahmen an den Deutschen Meisterschaften im gemischten Gardetanz und im Paar-Tanz.  Inzwischen haben wir mehrere Gruppen in verschiedenen Alterstufen. 

Außer dem Einstudieren und Aufführen der Tänze veranstalten wir jedes Jahr unser Sommerfest mit Freundschaftstreffen und im Januar unsere Kindersitzung.

 

Es ist schön die Mädchen so heranwachsen zu sehen und es tut auch ein bisschen weh, wenn sie Abschied vom Tanzen nehmen. Mittlerweile tanzen nicht nur die Kinder unserer ehemaligen Tänzerinnen, sondern auch schon deren Enkelkinder, so wie auch meine eigenen  Enkelkinder.